Wie aufregend, für Ihren Teenie steht das erste Praktikum oder die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz an! Auch bei meinem ältesten Sohn war es vor einiger Zeit soweit, das Schüler-Praktikum stand an. Unsicherheit und bange Blicke machten sich bei ihm breit. Worauf sollte er achten? Wo liegen die Fallstricke im Umgang miteinander? Lesen Sie hier, welche Knigge-Tipps ich ihm für das erste Praktikum mitgegeben habe. Einige Dinge haben wir auch handfest geübt, wie z.B. den Handschlag…

Der Teenie und die Begrüßung

Mein Sohn reichte mir die Hand zur Begrüßung und sah an mir vorbei… Was war schiefgelaufen? Als Rangniederer (Praktikant versus Chef) reicht er nicht als erster die Hand, sondern wartet bis der Chef sie ihm reicht. Sonst läuft er evtl. Gefahr das er mit einer ausgestreckten Hand da steht die ins Leere greift, das wäre wirklich unangenehm.

Ganz wichtig ist es seinem Gegenüber bei der Begrüßung in die Augen zu sehen. Das signalisiert echtes Interesse! Ich habe in meiner Vergangenheit erlebt, dass mich mein Gesprächspartner bei der Begrüßung nicht angesehen hat, und das war ein ganz seltsames Gefühl. Wahrscheinlich war es Unsicherheit, aber ich kam mir nicht wertgeschätzt vor. Vielleicht haben Sie einmal eine ähnliche Situation erlebt?

Der Händedruck

Der Händedruck war von der Festigkeit her prima, nicht zu fest und nicht zu lasch. Ein zu lascher Händedruck signalisiert dem Gegenüber das ich über wenig Energie verfüge. Ein zu fester Händedruck quetscht besonders Frauen schmerzhaft die beringten Finger zusammen. Das Mittelmaß ist optimal! Am besten üben Sie es vorher kurz und lassen sich ein Feedback geben.

Distanzzonen zum wohlfühlen

Kennen Sie das Gefühl, das Sie sich im vollen Aufzug mit vielen Menschen unwohl fühlen? Das hat mit unseren persönlichen Distanzzonen zu tun. Die Distanzzone die uns bis zu 50 cm umgibt nennt sich intime Distanzzone. Dorthinein lassen wir gerne die Familie, die Partnerin oder den Partner und Freunde. Im Business zur Begrüßung bewegen wir uns am besten in der Distanzzone von 50 cm – 100 cm.

Am einfachsten merken wir das wir jemandem zu nahe gekommen sind, wenn dieser einen Schritt rückwärts geht.

Small Talk und der Teenie, das ungeliebte Thema

„Oh Mann Mama, was sage ich denn im Gespräch?“ Die einfachste Möglichkeit ist, dass sich Ihr Teenie sich so natürlich wie möglich verhält. Ich weiß, das ist in diesem Alter ganz schön schwierig… Wenn er oder sie locker erzählen kann wie er heute zum Gespräch gekommen ist, was ihn am Praktikum und an der Firma interessiert ist das Eis schon gebrochen. Optimal ist immer Interesse zu zeigen und Fragen zu stellen. So ergibt sich ganz automatisch ein Gespräch.

Duzen oder Siezen?

Ganz klar gilt hier immer abzuwarten ob der Teenie das „Du“ angeboten bekommt. Bis dahin wird schön gesiezt, denn wir sind im Business angekommen.

Pünktlichkeit

Pünktlichkeit ist immer noch die Höflichkeit der Könige, und wird von Ihrem Teenie als Praktikant/-in vorausgesetzt. Kein Chef sieht es gerne, wenn Mitarbeiter zu spät aufkreuzen oder die Mittagspause evtl. verlängern.

Aufgeregt war mein Sohn immer noch als er zum Vorstellungsgespräch gegangen ist, aber durch unser Üben ein wenig selbstsicherer. Es hat funktioniert und er fand die 2 Wochen Praktikum ganz schön anstrengend, ein kleiner Vorgeschmack auf die Arbeitswelt!

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Üben, vielleicht ist es ja auch gar nicht mehr nötig nach meinen Zeilen?

Herzliche Grüße von Ihrer Ihre Knigge-Expertin Simone Schmid

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